Sommergras Winterwurm

Das animalische Soziotop in der Trope

Meine chinesischen Kollegen sagen, sie hätten Angst davor, sich rücklinks in die Büsche zu lehnen, wegen der vielen Tiere dort. Ich lache zuerst, verstumme aber, nachdem ich mir das bunte Treiben angesehen habe und mir meiner Rolle als Opfer bewusst geworden bin.

Faun und Flor im Ofenrohr

Gras schmeckt gut und macht nicht dick. Manchmal erwischt man beim schnüffelnden Herumkriechen in Bodennähe den ein oder anderen bittere Halm, kann den kulinarischen Misserfolg aber mit dem Geschmack einer essbaren Pusteblume ausgleichen. Sie kehrt als kostenfreie Zusatzleistung den Schlund und befreit ihn von überflüssigen Speiserückständen, die sich als giftgrüner Schleim um die Speiseröhre legen. Um es mit der Mundraumpflege nicht zu übertreiben und den Spaß am Dreckigsein erhalten zu können, bleibt die Möglichkeit, einen Putzerfisch anzuheuern. Klingt widersprüchlich, der ist aber Picksaft hinterlassend. „Und dort klebt er mit Genuss.“

Jack The Fruit rät mir, ab und zu meine Wäsche händisch zu reinigen, anstatt die Hausarbeit zu verneinen. Der Junge traut der mechanischen Reinigung des “cleaning shops” in der skurrilen Nan Ting Village nicht. Er meint, ich würde mir im Leben leichter tun, wenn ich nicht ständig den eigenen Schweißgeruch ertragen müsste. Mein trotziges Argument, dass ich diesen Gestank schon nach wenigen Stunden nicht mehr riechen würde, lässt er nicht gelten. Er entgegnet mit Schläue andeutender Miene, dass die Nase auch das riecht, was der Geist glaubt, längst nicht mehr ertragen zu müssen. Ich werfe das verdreckte Handtuch und gestehe ihm, dass ich süchtig nach der schwarzen süßen Sesampaste bin und mir täglich fünf Packungen davon einverleibe. Das schockiert ihn weit weniger als ich dachte. Er warnt mich nur davor, dass es mit Vorliebe überall hinein eindringende Eindringlinge darin gibt. Ich solle ein Auge darauf werfen, wenn meine Hände damit beschäftigt sind, die Paste in mich hineinzuschaufeln und der Mundraum kaum damit nachkommt, den mit der Zunge nach hinten geschnalzten Inhalt weiter nach unten zu leiten.

Vielleicht muss ich von diesen mit Tofu umwickelten Hundefutterbällchen, die ich mit Reisschleim und anderem Ungeziefer in der am Straßenrand liegenden illegalen Garküche erstehe und hungrig verzehre, speiben. Erst ausprobieren, dann das Ergebnis studieren. Ich merke: Das Gericht stellt eine Herausforderung für meinen in letzter Zeit durchgehend geschäftigen Gallehinabstoßbolzen dar.

Wenn du lange in den Spiegel schaust, schaut der Teufel zurück

Ich muss mitten in der Nacht aufs Klo und stöbere dort eine Kakerlake auf, die am Badezimmerspiegel sitzend tief in das Spiegelbild versunken ist. Ich sehe noch, wie sie mit den langen Antennen wackelnd die Oberfläche des Spiegels und damit ihre eigene Unterfläche begutachtet. Beim meinem Anblick lässt sie, kurz zögernd, davon ab und versteckt sie sich blitzschnell hinter der Armatur. Das Tier soll froh sein, dass ich sie noch rechtzeitig zerstreuen konnte und sie damit vor dem sicheren Untergang bewahrte.

Denn das selbstverliebte Getue hätte spätestens am nächsten Morgen ein qualvolles Ende gefunden. Jemand hätte seine Zähne geputzt und Zahnpastaspritzer am Spiegel hätten die Vision des Tiers verzerrt. Die Schabe hätte alles in ihrer Macht stehende getan, um die Sicht zu klären. Die langen Antennen als Scheibenwischer missbrauchend, hätte sie versucht, die Fläche zu putzen. Nicht beachtend, dass dabei die klebrige Spucke in der Paste eingetrocknet wäre. Die hätte das Tier für immer darin festgehalten. Die Kakerlake hätte sich gar nichts anderes erträumen können. Weil aber das Bild getrübt gewesen wäre, hätte sie fälschlicherweise angenommen, auch ihre Seele sei nebelverhangen und hätte sich daraufhin in den Wirren ihres Geistes verlaufen.

Auch das in andere verliebte Getue hätte spätestens am nächsten Morgen ein qualvolles Ende gefunden. Die Morgensonne hätte ihre intensiven Strahlen durch das offene Fenster geschickt und sie wären direkt auf den Badezimmerspiegel getroffen. Sie hätten die Schabe beim Versuch erwischt, mit dem schönen Exemplar auf der anderen Seite des Spiegels in sexuellen Kontakt zu treten. Dabei hätte sie die weiche, ungeschützte Unterseite ihres Körpers fest auf die Spiegelfläche gedrückt. Annehmend, dass die Erhitzung ein Zeichen vom aufkeimenden Interesse des Gegenübers sei, hätte sie nicht davon abgelassen und begonnen, im Sonnenlicht zu verbrutzeln.

Schabenfreudenhaus

Im rechten Eck des Küchenbodens, einige Zentimeter hinter dem Eingang, steht ein Haus für Kakerlaken. Es ist rot bemalt, hat eine große Pforte, ist von einem grünen Garten umwachsen und sieht einladend aus. Innen drin überwiegt Dunkelheit, nur die Schatten langsamer Bewegungen werden nach draußen geworfen. Ich blicke auf die vergitterten Fenster, aus denen missmutig ein einsames Schabengesicht blickt. Es hält zwei Gitterstäbe mit den Vorderbeinen umklammert und scheint in dieser Position eingefroren zu sein. Obwohl das Eingangstor doch so weit und andere Gäste willkommenheißend offen steht, ist das Insekt drinnen unglücklich eingesperrt? Das macht mich stutzig. Ich habe einen Ohrwurm von Knockin On Heaven‘s Door und klopfe also mit dem Knöchel des kleinen Fingers vorsichtig an die Hauswand. Als sich auch nach einiger Zeit niemand meldet, bin ich mir ganz sicher: In der Behausung stimmt etwas nicht! Ich kauere mich auf den Boden, ganz nahe an die Eingangspforte und blinzle neugierig durch die offenstehende Tür. Da sehe ich die hunderten Kakerlakenleichen am Boden kleben. Manche vollführen noch allerletzte Bewegungen mit den Gliedmaßen. Der süße Duft, der Angenehmes verspricht und sich durch die vergitterten Fenster des Hauses windet, lockte sie ins Verderben. So angezogen wurden sie davon, dass sie wohl darauf vergaßen, dem ärmlich Eingesperrten am Fenster ins Gesicht zu schauen.

Vierschrot

Eine handtellergroße Schabe ergibt sich in meinem Blickfeld an der Wand knapp über Igor‘s Kopf, wenn ich seiner Geschichte lausche. Bleibt dort hocken, als würde ihr das Reißen der Schwerkraft an ihrem massiven Körper absolut nichts ausmachen. Ich kann sie nicht nicht ansehen. Zu viel Tier und jetzt auch wieder panzerknatschend marschierend. Der Erzähler hat das Abwandern meiner Pupillen auf den Schabenschreck noch gar nicht bemerkt, weil ihn die eigene Story so sehr mitreißt. Ich möchte ihn warnen, aber mir fehlt es an beschreibenden Wörtern. Als sich der Schatten von hinten bedrohlich anfühlt, wendet Igor ganz langsam den Kopf, als wolle er das Erschrecken noch etwas hinauszögern. Sein Gesicht zeigt den Ekel, der sich gerade von meinem Magen auf den Weg in Richtung Kehle macht. Er würde das Vieh gerne als Stinkbombe zerkleschen, meint Igor. Doch seine Körpergröße und die ihr widersprechende Geschwindigkeit der Fortbewegung intimidiert ihn. Kein deutsches Wort, das dem Gefühl nahe kommen könnte. Mit einschüchtern oder bedrohen hat die Sache wenig gemein. Gut, dass Igor Englisch spricht. Das Tier dringt also in seine geistige Intimsphäre, zusammengesetzt aus erfahrungsgespeister Logik und großem Einfallsreichtum, durchwachsen von Phantasie, visuell gewaltsam ein. Passt da nicht rein, zu harter Panzerknacker, rennt zu schnell und fliegt dazu auch noch, tut das alles zugleich und platzt wieder aus der kleinen Welt heraus, so unpackbar grausiges Wesen.

Tier mit mir

Ich spaziere eine abendliche Runde im Campuspark und treffe auf eine Gassi gehende Frau. Weil der weiße Riese an ihrer Leine gleich interessiert auf mich zukommt, an meinem großen Zeh schnuppert und von dort nicht mehr wegzubringen ist, kommen wir ins Gespräch. Sie sei Hundeliebhaberin, wie ich ja sehen könne. Ihre ganze Zuneigung gehöre Kiki, dem lächelnden Engel, so die chinesische Bezeichnung seiner Rasse. Während die Chinesin munter weiter plaudert und mich zum Abendessen einlädt, werde ich immer unaufmerksamer und habe bald nur noch Augen für den weiß strahlenden Fellberg. Ich nicke und zeige höfliches Lächeln als Reaktion auf ihre Wörter, die zunehmend an Bedeutung verlieren. Ich möchte jetzt nur mehr Hund sein.

Ich habe mich Tieren und ihrer Wahrnehmung, so wie ich sie mir vorstelle, immer schon nahe gefühlt. Die besten Momente meines Lebens fühlten sich in ihrer gedankenlosen Existenz, gespickt mit wildem Leichtsinn im zeitverlorenen Raum tierisch an. In den schlechtesten wurde ich zum mitleidslos von mir selbst verhetzten Vieh: Zum tollwütigen Wolf mit eingezogenem Schwanz und struppigem Fell voller Parasiten, dass ich mir in hilfloser Juckigkeit vom Leib riss, um interessiert zu schauen, was sich darunter verbirgt. Neu für mich ist aber, dass ich, Kiki jetzt so auf allen Vieren begegnend, jeden Anstand gegenüber seiner Besitzerin verliere. Ich höre noch wie aus weiter Ferne: Kiki ist ein weißes Kind des Nordens, das im subtropischen Sommer immer wieder in den Lacken seiner Schweißbäche ausrutscht, um darin für einen kurzen Moment kühl baden zu können…im Herzen ist er für immer jung… Dann trete ich voll und ganz in seine tierische Welt ein und schließe die Tür hinter uns.

So ganz bei Kiki angekommen, verstehe ich, was ihn interessiert. Die Blüte da duftet nach hundert Gerüchen. Daneben hat ein Rivale markiert, also sofort darüberspritzen! Dann wieder im Spiel: Herumbalgen und um die Wette laufen. Wer kann dieses Stöckchen besser in den Hauern verkeilen und festhalten? Wir knurren und fletschen die Zähne, das ist ernster Spaß. Wir wissen beide, dass wir Kameraden sind und das Spiel die Macht des Stärkeren offenbart. Wie dabei die Zeit verrinnt! Die Besitzerin nimmt den mittlerweile von Schlamm völlig verdreckten Kiki an die Leine und zieht ihn von mir weg. Der Hund stemmt sich fest dagegen und winselt, ich möchte auch lieber mit ihm mitkommen. Aber die Frau winkt mir nur lachend und lässt mich alleine, plötzlich auch wieder nur Mensch, in der Wiese knien. Nach ein paar Minuten kommt ein Pudel neugierig auf mich zu, er lässt mich aber völlig kalt. Auf den ersten Blick kann ich erkennen, dass der nicht spielt: Sein gut gekämmtes Fell ist strahlend rein. Dieser Hund könnte niemals Kiki ersetzen.

Milchbauernwissenschaftsspezialist in Kooperation mit weltweiten Kühen

Es ist ein Fehler, mit ihm und anderen gemeinsam essen zu gehen. Aber als er sich und seine Tätigkeit vorstellt, bin ich zu interessiert. Er hasst die Geschichte seines Lebens und muss sich während der Erzählung übergeben. Schon bei Beginn drückt er einen Rülpser nach dem anderen heraus. Nach ein paar Minuten ist er im Gespräch bei Milchrobotern angelangt. Sie helfen dem Mann bei der Arbeit, indem sie ihm die langweilige Tätigkeit eine Zitze nach der anderen abzukauen, abnehmen. Kurz darauf vergleicht er das Verhalten von chinesischen und seinen holländischen Kühen. Auch unter ihnen gibt es, wie er meint, kulturelle Unterschiede. Chinesische scheißen auf die Existenz von Lecksteinen, selbst wenn sie mit einer spicy Note Sojasauce angereichert werden. Das Würgen des Erzählers an seinen fast noch flüssigen Gallensteinen beschleunigt sich und wird zu einem bei allen Tischgenossen Brechreiz hervorrufenden grausigen Glucken. „Holländische mögen den salzigen Felsen gern von unten nach oben hin ablecken, was zu interessanten Formen führt. Fast wie Skulpturen von Künstlerhand geschaffen.“ Mühsam blinzelt er mit einem schiefen Grinsen und nickt noch kaum merklich in meine Richtung, ehe er schon wieder vom Ranz durchgeschüttelt wird. Gut, dass das Essen kommt: Es sorgt für Ablenkung bei den Tischgenossen. Die servierten Wan Tans sind mit Pansen gefüllt und von einer durchscheinenden Fetthautschicht überzogen. Sie glänzen vom orangen Öl des Organspenders.

Bananita

Was ist das für eine Banankrankheit und was hat sie mit meinem weiteren Leben zu tun? Die regionalen Bananen werden saurot auf der Spitze. Auf beiden Spitzen, weil es eine Banan ist und kein Penis. Komisch rotbraun, nicht faul wie nach dem andrücken und nachfolgendem warmwerden der Stelle, sondern richtig feuerrot kackebraun. Das schmeckt so wie meine Nausea nach dem verspeisen riecht. Vielleicht versuchen die Bananen meine Ungesundheit durch die in entgegengesetzte Richtung känkelnde Krankheit auszugleichen.

Die Palme

Die Palme lässt sich nicht beschneiden und wird, die pubertäre Pflanzzeit erreichend zum rebellischen Wächser. Wächst sie über sich selbst hinaus, muss man sie entweder fällen oder ausgraben, umdrehen und mit der Wurzel nach oben wieder einsetzen. Man kann auch selbst aktiv werden und das kleine Menschsein dazu nutzen, um als natürlicher Stöpsel obendrauf den Sinn in der Kokoskopfnuss zu ernten.

magic ghost mushroom

Wie kann es sein, dass sich Jackt The Fruit geschickter anstellt als ich, wenn es darum geht, die kleinen weißen Pilze, die mit japanischem Tofu serviert werden zu verputzen? Als er sie zum ersten Mal auf meinem Teller siehst, schreit er wenig erstaunt: „See you tomorrow!“ Dieser Schwamm ist hart zu verdauen. Weil er geht nicht zu beißen. Hast du ihn zwischen den Zähnen und mahlst, wird er weder klein noch weich noch wenig noch zart. Er bleibt trotzig so groß wie er ist und auch sein wird, wenn du ihn am Tag oder in der Woche darauf wieder sehen wirst. Als Superflexibler verändert er in geringem Maße seine Form, um sich in deine Zahnlücken zu legen. Die Pilze sehen aus wie Büromenschen, die sich zum Firmenfasching mit den einfachsten Mitteln als Geister verkleiden. Leintuch, Schere, Schnur. Die Schwämme geben sich als Essen aus, sind aber ungemütlich und genusslos zu verzehren. Sie bleiben ihrer Geisterform treu. Auch wenn sie den Körper wieder verlassen, indem sie in hoher Geschwindigkeit auf den Badezimmerspiegel geschleudert werden (Zahnseide) oder in der Klomuschel landen (Schließmuskel). Man kann sie abermals essen und das Weltgeisterproblem lösen.

Macadamianussknacker

Der Nussknacker, insbesondere der für Macadamia ist ein wandelbarer Geselle, er spielt alle Stücke. Ist er gut gelaunt, dann hat der kleine Finger in der für die Nuss ausgesparten Stelle genau Platz, kann sich darin bewegen und den Knacker wie einen Hula Hoop Reifen herumschleudern. Ist das Werkzeug aber grantig, dann muss man auf der Hut sein. Es rammt die kleine metallische Spitze mit Vorliebe in den gebrechlichen Handwurzelknochen. Das Erbsenbein muss der Nuss wohl zum Verwechseln ähnlich sehen.

In der Natur

Lebensretter neoromantischer Schattenspender. Seitdem mir die gutaussehende und hohe toxische Werte besitzende Raupe über meine linke Schulter gekrabbelt ist, als ich mich zu weit in die Büsche gelehnt habe, ist diese Stelle meines Körpers kaputt. Ich versuche, sie mit dem Gegengift von bereits weiterentwickelten aber mit der Raupe verwandten Schmetterlingsflügeln zu kurieren. Das hat den Effekt, dass mir kleine Rattenschwänze aus dem Arschloch wachsen. Dumme tropische Tiere.

Achtung Dragonspinner

Die Sonne lugt hinter den Palmenblättern hervor und kitzelt mich im Naseneingang. Die Nasenspitze bewegt sich daraufhin im Uhrzeigersinn, um den Störenfried abzuwimmeln. Das zeigt keine Wirkung und ein Dragonspinner gesellt sich dazu. In seinem weit geöffneten Schlund sehe ich die ringförmig angeordneten Zahnreihen rotieren. Sauspitze Hauer, die an sich schon gut zum Beute reißen sind, drehen sich zu allem Überfluss auch noch um die eigene Achse, um den tierischen Fleischwolf zu imitieren. Der nur scheinbar ungeschickt geformte Körper der Dragonspinner erinnert mich an eine halbierte Dragonfruit, daher wohl sein Name. Eine seltsame Laune der Natur: Aus einer Frucht wird einfach so ein Tier gemacht? An der Stelle, wo sich eigentlich das süße Innere verbergen sollte, befindet sich sein Riesenmaul. Speisen tut er mit Vorliebe junge Fledermäuse, die den Gleitflug noch nicht beherrschen und wankend durch die Luft purzeln. Was sich der Dragonspinner vom Torkeln um meinen Kopf verspricht, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Er sollte sich um diese Zeit eigentlich in einem feuchten Erdloch versteckt halten und dort die Abendstunden und ersten Flugversuche der Fledertiere erwarten. Ich hätte ihn ja weitertreiben lassen, aber leider gerät er zu nahe und verfängt sich mit den Zähnen in meinem Krausehaar. Ich versuche, ihn aus dem schnell stark verfilzenden Haarknäuel herauszufieseln. Dabei muss ich darauf achten, meine Finger nicht zu nahe an die sich noch immer schnell drehenden Zahnreihen kommen zu lassen. Ich drücke seinen weichen Körper, der Konsistenz nach wie vollreif, vielleicht schon etwas verfault, zu stark zusammen und sehe fleischige Organe aus seinem Maul hervorschauen. Die Rotation der Zahnreihen stoppt und ich kann das endlich entwirren. Er bewegt sich nur noch mühsam und tut mir leid, jetzt so verletzt. Ich lasse ihn aber auf den Boden fallen und spaziere an einen anderen Ort.

Tigerbabys

Ob ich mit dir Tigerbabys herumtragen möchte? Du willst sie von deinem Wohnbereich in den Swimmingpool der Nachbarin transportieren.

-Frauen in Shanghai können Mann beim Shoppen in Box parken- (Schlagzeile Süddeutsche vom 8. August 2017)

Moment! Warte kurz… bin gerade beim Weichtiere schnitzen, muss ich meine an die Zimmertür klopfende chinesische Mitbewohnerin vertrösten. Sie wollte mir ein Stück Wassermelone vorbeibringen.

Schmarotzertum

Ein sausendes Geräusch befällt mich, wenn sich etwas Faulendes oder Parasitäres in den Körper einzuschleichen droht. Ich kenne es sonst nur ausgelöst durch das kraftvolle nach hinten Drücken des Kiefers. Soll es Eindringlinge verscheuchen? Hören sie das? Passiert es wie das Kratzen nach dem Stich eines Insekts instinktiv? Ich kratze und töte auf diese Weise die unter der Haut abgelegten Eier oder verteile sie im Körperinneren?

Aufpassen mit der Spritzpistole: das kann ins Auge gehen

Meine Chinesischlehrerin warnt mich davor, das Leitungswasser in die Augen tröpfeln zu lassen. Unsichtbare Würmer schlüpfen durch den schmalen Spalt zwischen die Augenlieder und bohren sich von hinten in den Augapfel. Sie schnabulieren so lange an der Götterspeise, bis im besten Fall nur ein leeres Augenloch übrigbleibt und sie freie Sicht auf die Welt da draußen haben. Pepe macht schon Jahrelang hier Augenpflege und wusste das nicht. Ich erkläre ihm, dass der befallene Wirt von diesem mitunter lang andauernden Prozess, also er, also ich, nichts merken. ‘But that’s the worst part!’

Aua, Leitungswasser

Ich frage Jack The Fruit, woran es liegen könnte, dass meine Kopfhaut juckt und sich ein weißer Talg über sie ausbreitet, auch wenn die Haare frisch gewaschen sind. Er sagst mir, das liegt am giftigen Leitungswasser und ich solle mir keine Gedanken darüber machen, sonst kommen die aus meinem Kopf fliehenden Gedanken auch von weißer Scheiße überzogen wieder zurück.

Stahlessstab

Ich versuche meine in alle Richtungen gleichzeitig zuckenden Nerven mit Essstäbchen aus Stahl zu verstärken. Die schiebe ich mir an den Stellen, wo sich meine Achillessehnen befinden hinein und versuche dann, sie wie die Stäbe einer Zeltkonstruktion mit ausziehbaren Verbindungselementen an den Knochen entlangzuschieben, um sie dann: Kommt Zeit, kommt Rat, in the golden age of grotesque im gesamten Körper zu verteilen und dem gekrümmten Buckel wieder aufzuhelfen.

Urlaub unter großen Blättern

Meiner Liebe, die Riesenblätter abzunagen, ihren sämig wohlriechenden Saft als Sonnenöl zu missbrauchen und sie dann als improvisierte Regenschirme zu verwenden, will Jack The Fruit lange nicht Einhalt gebieten. Eher später sagt er: „The huge leaves, which you were taking in your mouth, putting on and in your whole body to use them as suncream and umbrellas: they‘ re really a little bit toxic and the life as an artist is like the life of a banana: You have a strange shape and a strange colour. if you grow in China, a red sickness sometimes inhabits your tasty body. The only reason for you to stay alive is to give a short moment of pleasure to a stupid animal. This stupid animal is unfortunately a human being or a Boeing sieben four sieben.“

Fledderzwinge

Sie wissen nicht, woher ich komme und dass es dort so fragile Flatterblütler nicht gibt. Deshalb muss ich ins neuartige Grüne starren: Minutenlang. Und deshalb müssen sie mir in das fremdländische Gesicht starren: Stundenlang.

Schmetterlinge, die wegen ihrer Größe fast Flugunfähigkeit erlangen und mehr rauschig taumeln als ich. Sie sind schwarz und zerfranst wie Batman nach einem One-Night-Stand mit Robin Hood. Es gibt auch welche die sind klein, gelb, orange und wendig, wie die Minibananenschale. Bei manchen ist das Schmetterkindspuder wie mit Batikmuster koloriert und nachträglich mit einem blau- weißen Gitter überzogen. Hat diese Spezies ein lebensrettendes Netz über den berührungsempfindlichen Staub gespannt, um das Ableben durch selbstbewusste Gefangennahme hinauszuzögern? Meine Kollektion von den raren zu Tode erschrockenen Flatterern beschränkt sich auf ein einziges Exemplar. Ich nenne die Lebewesen pleonastisch die „trauernden Schattenflatterer“ und bin stolz auf ihre Existenz.

Gott der Insassen spielen

Ist die Schlafstätte wegen dem verhältnismäßig hohen Anteil an parasitären Bettgenossen so weit oben und auch für mich schwer erreichbar angebracht? Komme ich oben an, hat sich schon eine Sippe eingefunden. Knatschend begrüßen sie mich, ist das ihr eigener Dialekt?

Ob es sich um Käfer, Flöhe oder Spinntiere handelt, weiß ich nicht. Bevor die Wand meiner Gruft in den Schreibtisch übergeht, machen sie wie vor einem unsichtbaren Stoppschild halt. Der Daumen saust nach oben oder unten? Ich lasse die zahlreich gekommenen sich versammelnden Tischgenossen darüber entscheiden. Etwas hat sich in meinem Kopf eingenistet und bläst die durch feurige Bewegungen der pantoffelbestückten Füße entstehende heiße Luft aus meinen Ohrenröhren.

Stumpfsinn schleicht sich ein

Der Hamster in meinem Gehirn gammelt lang ausgestreckt vor Fäule einen käsig- süßen Geruch ausströmend im Rad. Diese Verhältnisse halten alle Türen für parasitäre Eindringlinge in Form von stumpfsinnig seidenen Schlafspinnern sperrangelweit offen.

Die Mückendamen

Die weibliche Mücke setzt sich am liebsten außen auf das Moskitonetz und wartet dort auf bessere Zeiten. Die für sie sofort kommen. Sobald ich im Schlaf betrunken einen Gliedmaß der vielen Oktopus artigen Extremitäten aus dem Bett hinausstrecke. Das gemacht, berühren meine schwitzigen Fingerspitzen, Zehenspitzen oder meine Nasenspitze das Netz. Wie an allen Fingerspitzen zugleich kratzen, wenn alle gestochen wurden?

Ich stelle mir vor, dass ein kleines Loch am Hinterkopf, von einer erfahrenen Mücke Punktgenau zwischen den Schädelknochen platziert, den aufgestauten Druck und die Saunahitze aus dem Gehirn pfitschen lassen könnte. Ich habe diese Stelle kahlrasiert und mit Babyöl eingeschmiert um aller Damen Aufmerksamkeit auf sie zu ziehen. Sie ist glänzend glatt und macht quietschende Geräusche, wenn ich mit dem Finger schnell fest darüberrubble.

Wieder ein Mückenstich im Augapfel? Verwandte des Insekts, die Wespen beißen auch mit Vorliebe in die fruchtigen und knackig süß sauren Äpfel hinein. Ist das Gefühl für Mücken, die ihren langen Stachel in die Menschenäpfel hineingleiten lassen ähnlich befriedigend?

Ich erwische eine Mücke im Zimmer, die beim einschlafen stört lange Zeit nicht. Und dann noch längere Zeit nicht. Weil die Mücke bei jedem verfehlten Versuch, sie zu zerkleschen, schlauer wird und ich immer müder und verzweifelter. Bevorzugt versteckt sie sich unter dem Bett oder sucht schwarze Flächen auf, um mich zu täuschen. Dann endlich zerplatzt die Mücke, so vollgestopft ist sie schon mit meinem Blut. Es spritzte in alle Richtungen, wenn ich sie mit der Handinnenfläche erwischte und ihren Körper auf dem Kleiderschrank zersprenge. Nichts so, wie es vorher war, denke ich. Betrachte mein eigenes Blut, das dann ihres wurde und fühle mich fast so gut wie nach erledigter Selbstverletzung. Rachsüchtiges Biest!

Ka Lukaracha

Pepe fragt mich, warum Menschen auf der ganzen Welt Kakerlaken hassen und ihr Anblick bei den meisten sofortigen Tötungsinstinkt auslöst. Ich antworte darauf mit dem Inhalt einer Studie, den ich nicht mehr genau memorieren kann. Man isst im Laufe seines Lebens eine Vielzahl von Insekten und auch kleinere Säugetiere im Schlaf. Ist der Kakerlak ungenießbar, würde der Tötungsinstinkt Sinn ergeben. Warum aber kaputt machen, wenn eigentlich gute gratis knackige Proteinquelle nicht nur aber auch und vor allem unter anderem für Chinesen?

Fischerei

Ich trete in der nächtlichen Rumorigkeit den Heimweg zur Insel an, vorbei am nach Moder riechenden Fluss. Dort drin stehen Enten und glitzernde Fischjunge fangen die letzten vom Stadtdreck durchtränkten Exemplare. Dass Silberfische aus Staub gemacht sind… ist das meiner Phantasie entsprungen? Hausstaub ist zum größten Teil menschlich hautiger Rückstand, war also einmal lebendiges Zellspektakel und erklärt mir damit den schwer verständlichen Kreislauf meines Lebens.

stubenrein

Um in den Froschwald zu gelangen, muss ich die Brücke überqueren und mich durch den feucht schleimigen Kanal winden um in den tropfend heißen Quellen des Regenbogens zu plantschen. Der im gleichen Kanal wie ich sitzende Frosch hat eine roboterhafte Stimme, nichts Natürliches haftet ihm mehr an. So sehr ich mich auch strecke und mich Kopfüber weit hinablasse in den warm dünstenden Abfluss: Ich kann nicht hinunter, um ihn zu sehen. Er sitzt zu tief im Schlamm vergraben und hat dort ein Nest aus den Abfällen unserer Spezies gebaut. Übervoll von den Regenmassen, die überschwemmen, faulen, ersäufen. Alles schwimmt und ich schwinde und schwanke bis ich rutsche und fließe und nicht mehr auf die Beine komme. Das Wasser macht meine Haut aufgedunsen und wie ein Schwamm porig aufsaugend.

Streck den Bauch Herr Anus

Die im Sommer vorherrschende Hitze gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit überzieht jedes hautfarbene Körperteil sticky mit süß-salziger Sweatness. Es ist von Vorteil, sich so wenig Speckringe wie möglich angefressen zu haben um dem attackierenden Schweiß eine geringe Angriffsfläche zu bieten. Wenn sich die im gemütlichen Winter angesammelten Fettreserven gegen das Ausgesetzt werden wehren, muss man handeln. In Chinas Süden gibt es eine spezielle Art von Kakerlaken. Sie sind massig, wendig, immer hungrig und mit Fleisch abnagenden Fresswerkzeugen ausgerüstet. Der massiv wirkende Panzer dieser Tiere ist ungemein flexibel. Die Kakerlaken verstecken sich in weichen, warmen und von schwüler Feuchtigkeit überzogenen Ritzen. Meine Klassenkameraden wenden sich ab, wenn ich ihnen mein 90er- Revival Bauchleibchen zeige. Im Nabel ist noch Platz.

Hientier

Nicht unweit entfernt bin ich solchen Viechern begegnet. Am Rücken tragen die Hundeähnlichen eine borstige Frisur. Finden sie einen Leichenschmaus, wird das genussvolle Speisen mit einem an hämisches Lachen erinnernden Schmatzen begleitet. „Riffeln“, nennt man ihr Kratzen mit dem Rückenborstenkamm an der obersten Hautschicht des schon vorher kaputt gemachten Opfers, um die knapp darunter wühlenden Maden zu erregen und sie zu Totengräberischen Höchstleistungen anzuspornen. Die Ausscheidungen der auf diese Weise arbeitenden Maden sind von einer Milchsauer vergorenen Geschmacksrichtung.

Die Kreatürlichkeit des Steckenpferdes

Der Alp drückt sich in Form eines dunkelvioletten Pickels aus, der einen lebendigen Käferkörper anstelle von Eiterbatzen zum Vorschein bringt. Das juckt zuerst, ich kann den parasitären Eindringling aber auch mit Abkratzmanövern nicht killen. Irgendwann finde ich mich mit der Existenz des schwarzen Panzers ab. Wird derselbe gewesen sein, der sich mir einmal tot im Seifenspender präsentierte.

Gesundheitspolizeiliche Dienststätte

Den Beißprozess der Piranhas kann man sich ähnlich vorstellen wie den von Hunden. Sie rammen die scharfen Zähne in die Haut. Auf diese Weise entstehen Löcher in der Hülle der potentiellen Beute. Um ihr zellspektakuläres Leben vollständig inhalieren zu können, muss das Innere der Bestie herausgelöst werden. Man kennt es vom Nachbarswauwau: Er verlagert das Gewicht auf die Hinterbeine und stemmt sich mit aller Kraft gegen das kampfeslustige Opfer. Dazu vollführt er Rüttelbewegungen mit dem starken Kopf und lässt sich auch durch Schläge auf den weichen, das Gehirn freilegenden Teil des Schädels nicht davon abbringen. Die Besonderheit des Fressverhaltens der Piranhas liegt darin, dass sie in Ermangelung von Gliedmaßen und festen Boden darunter gegen strömende Wellenbewegungen arbeiten müssen. In Gier fressen sich die Kleinen durch Exemplare der eigenen Gattung. Ihnen kommt die ihrer Spezies eigene schnelle Wundheilung zugute. Verlieren sie während der Nahrungsbeschaffung Körperteile, wachsen diese vollständig wieder nach. Einzig das Gebiss kann nur einmal ausgebildet werden. Beißen sich die Meeresbewohner vor unlauterer Gier gegenseitig ins Maul, so tauschen sie Fresswerkzeuge und Kiefer mit dem Gegner. Auf diese Weise kommen die Stärksten in den Genuss der schärfsten und härtesten Hauer.

Mäusezahn

Ich bin in der verlassenen Villa in Zhangjiang, in Kuestennähe gegenüber der Tropeninsel Hainan am Südchinesischen Meer, wo sie mich ausgesetzt haben. Beim Herumlungern stoße ich auf ein riesiges Schnapsglas, das sich in einem der Tresore befindet. Es ist bis zur Hälfte mit nackten eingelegten Mäusebabys gefüllt. Manche davon haben die Augen zu Schlitzen verengt, andere glotzen mit matten Augäpfeln aus dem Glas, mich an. Die für den Schnaps verwendbaren Mäuse müssen nach TCM Rezept in einem noch haarlosen Stadium ihres Lebens gepflückt werden. Sie sind schwer zu finden und deswegen gibt es zahlreiche Sammler, die zu Fälschern werden und die Mäuse kurz vor dem eingelegten Tod rasieren. Die Fakes erkennt man an der blutigen Note, ausgelöst durch ihre kleinen Schnittwunden, die später unweigerlich zur Schnapsnase des Anwenders führt.

Animalzonien

Mit Pepe führe ich ein ausgedehntes Gespräch über animalische Kuriositäten. Er zeigt mir eine Wadenwunde, in der sich Maden angesiedelt haben. Sie finden ihr Zuhause in zwei Beulen nahe des Wirtsnestes. Sie halten ein Luftloch in der ansonsten bereits verkrusteten Wunde offen, durch das man ihr reges Treiben beobachten kann.

Käferstück im Seifenglück

Im Heim angekommen erblicke ich im Seifenhalter wie schon seit Tagen das kleine Scheißestück. Diesmal packt mich die Lust, es mir genauer anzuschauen und ich erkenne darin eine am Rücken liegende Kärferleiche mit leblos angezognenen Beinen. Das Tier hat am Ende seines womöglich kurzen Lebens zu viel an der wohlriechenden Seife genascht. Der leblose Körper ist schnell das Abflussrohr hinuntergespült. Der Leichengestank übertüncht aber den süßen Lavendelduft der Seife und begleitet mich noch lange Zeit. Mama isst versehentlich eine wilde Himbeere in deren Inneren eine Stinkwanze brütet. Die Wanze schmeckt genauso wie sie riecht: erbärmlich.

Kein Erstbezug

Ich kehre in meinem gerade erstandenen Zimmer im 15. Stock eines Hochhauses unterm Bett. Da kommen erst einige kleinere Käferleichen zum Vorschein. Ich hatte mit größeren Kriechtieren oder zumindest Schaben gerechnet. Ich kann es mir nicht verkneifen, zuerst schon ein wenig ins Dunkle zu stieren, um mich auf das bald vor mir auftauchende Insekt vorbereiten zu können. Ich sehe etwas großes schwarzes mit einem geringelten Körper, in die Form einer Schnecke gerollt. Mit alarmierten Magenzwicken bin ich an die Riesenhundertfüßer erinnert, denen ich einmal im Zoo beim ‚großen Krabbeln‘ begegnet bin, wo man sie auch streicheln konnte. Ich kehre es heraus und stelle fest, dass es sich dabei um ein bei chinesischen Frauen beliebtes Spiralhaarband handelt. Ich gebe es in meine Tasche, vielleicht mag ich es verwenden, wenn meine Haare länger sind. Bei der zweiten Betthälfte bin ich nicht weniger panisch, weil ich das lange wurmartige Zeug in der Dunkelheit kaum erkenne. Wieder ein Haarband, diesmal kein Spiralartiges, sondern ein geripptes aus Textil. Das die von mir mit Furcht erwarteten Tiere kaum in einer zusammenhängenden Kreisform vorkommen, wird mir zu spät klar. Auch sieht man wenig unterm Bett.

Auch zu Hause große Sachen

„Achtung, Rieseninsektenalarm in tropischen Gebieten der Welt!“ Habe ich im Hinterkopf und im Vorderkopf gleich über dem Unterkiefer das im Fall von ungewollter Tischgenossenschaft die parasitären Eindringlinge akustisch verscheuchen sollende Summen. Ich entdecke eine Wespenspinne, die X-Beinig sitzt. Hinter ihr im Netz ist der Schatten ihrer Form eingesponnen. Zurück in meinem verhältnismäßig wenig von unerwünschten Mitessern durchzogenen Heimatland gehe ich vor dem laufenden Fernseher auf und ab. Ein schwarzer Schatten kommt mir entgegen. Ich denke, es handelt sich dabei um eine auf Sherlock Holmes gefeuerte Patrone, die den Weg aus der Amüsierkiste zu mir ins Zimmer findet und beachte ihn nicht weiter. Bis sich das schwarze etwas auf meinem großen Zeh befindet und sich krabbelnden Bewegungen hingibt. Ich erkenne: Es ist eine größere Riesenspinne. Die kleine Cousine springt mir auf den Kopf, um bessere Übersicht auf die für mich ungewöhnlich ungemütliche Situation zu haben.