Der Schmetterer Erzählung

2019

Osttirol und Yangshuo, China

 

Das Wesen der Schmetterlinge entmystifizieren.
Um jeden Preis.
Über borstige und geflügelte Leichen gehen.
Koste es, WAS ES WOLLE!

 

Der Schmetterer fühlt sich dem Falterleben nahe.
Eine friedvolle Annäherung an die fragilen Flügelwesen in seiner menschlich verpatzten Hülle ist Lebensziel und unmögliches Unterfangen. In fantastischen Hirngespinnsten katapultiert sich der Schmetterer in die holden Lüfte seiner verehrten Wolkentänzer. Wenn sich schon der
fleischliche Körper so widerborstig gegen die Schwerelosigkeit sträubt, so soll wenigstens der Geist steigen dürfen, wohin er will … schranken- und grenzenlos.

Die mentalen Ausflüge lassen den Schmetterer auf die
Bedürfnisse seines Körpers vergessen.

 

Egal: Diese an den
Boden der Tatsachen gebundene Hülle hat ohnehin keine
Zukunft. Sie war immer schon und wird für immer die Falsche sein!

 

Das Experiment als letzte Rettung? Verleiht dem Glaube an die eigene Göttlichkeit als Schöpfertäter Ausdruck. Die Entschlüsselung der Transformation Raupe zu Imago geht für den Schmetterer Hand in Hand mit der Erfüllung des eigenen Verwandlungswunsches. Als sein bodenständig wie himmelssteigend einziger Beobachter, Ratgeber und Gehilfe:

Wird er sich schlussendlich die lange ersehnten Flügel verleihen?